Fitzgerald Kusz, bekannt für Volksstücke von großer Lebensnähe, ist auch ein Meister der kleinen Form – der Dramolette, szenischen Miniaturen und Monologe. Mit der Revue WITWENDRAMEN und dem Monodrama MEIN LEBTAG setzt Kusz diese Reihe fort. Zugleich sind beide Stücke durch ihr Personal verbunden, denn alle hier auftretenden Figuren haben eines gemeinsam: es sind Frauen, die ihre Männer verloren haben. Freilich gehen sie aber auf unterschiedliche Weise mit ihrem Alleinsein um. Nun sind sie auf der Suche nach dem späten Glück, ziehen in der Erinnerung ein Resümee ihres Lebens oder geben sich dem Rentner-Blues hin.
WITWENDRAMEN ist eine Revue fĂĽr mehrere Witwen unterschiedlichen Alters, von jung bis ganz alt. Eine Materialsammlung im besten Sinne, deren Szenen zwischen Komik und Tragik oszillieren. Wie etwa in dem Monolog der Witwe, die beim FrĂĽhstĂĽck ihre eigene Todesanzeige in der Zeitung entdeckt. Oder im Falle der alleinstehenden Frau, die sich, ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes, noch immer nicht an dessen Schrank heranwagt. Daneben finden sich Todesanzeigen und Szenen mit berĂĽhmten Witwen wie Helene Weigel, Yoko Ono oder Margot Honnecker. Bei alledem zeigt Kusz: Leben heiĂźt Ăśberleben. Komme, was da wolle.
"'Schauspiel mit Kultfaktor: die WITWENDRAMEN werden zum absoluten Kultstück avancieren. Sie begeistern total! Der 'Chronist der Allerweltsdinge', wie Kusz einmal genannt wurde, schildert seine Beobachtungen mit Humor. Dennoch werden Geschichten von Unterdrückung erzählt, aber auch Geschichten von aufkeimendem Selbstbewußtsein und von Lebensmut. Eine unterhaltsame und berührende Revue voll rabenschwarzem Humor und mit viel Selbstironie." (Allgemeiner Anzeiger)
"Tränentreibende Trauerarbeit! Zunächst eher sachlich, nähert sich Kusz dem Wesen 'Witwe', lässt seine drei Protagonistinnen dann aber imposant unter Beweis stellen, dass nichts dran ist am Bild der lamentierenden Einsiedlerin. Hass, Erleichterung und Freude gehören gleichermaßen zur posthumen Tagesbewältigung wie Trauer und Schmerz. Zwischen Fleischbeschau und Aktionismus findet die Selbstfindung statt und schafft dabei vor allem eins: herrlich zu unterhalten." (Plärrer, Nürnberg)
"Köstliches Revue-Theater: Die Abrechnung lauert überall." (Mitteldeutsche Zeitung)
"Kusz zaubert in den WITWENDRAMEN leckere Köstlichkeiten aus der Witz-Bonbonière, sein Fundus grotesker Possen scheint unendlich." (Kultur-Blätter)
MEIN LEBTAG ist der Lebensbericht einer alten Frau – und zugleich ein Stück deutscher Geschichte, vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Nachkriegszeit der BRD. In Nürnberg auf einem Bauernhof aufgewachsen, zieht die Frau hinaus aufs Dorf und heiratet einen Schreiner, der bald arbeitslos wird. Die Feldarbeit, mit der sie ihre Familie über Wasser hält, bestimmt ihr Leben. Dann bricht der Krieg aus. Später ein zweiter. Die Regierungen kommen und gehen, die Arbeit auf dem Acker bleibt. In der Erntezeit schuftet sie auch als Tagelöhnerin. Schließlich stirbt ihr Mann, aber das Leben geht weiter. Nun sitzt sie auf einem Stuhl, ihr Hund Prinz zu ihren Füßen. Sie antwortet auf die Fragen einer Stimme – zunächst widerwillig und stockend, kommt sie doch ins Erzählen. Und ihre Geschichte läuft auf den einen Tag hinaus, mit dem ihr Monolog endet.
Ursprünglich in original-fränkischer Mundart unter dem Titel "Mei Lebtooch" geschrieben, veröffentlichen wir Kusz’ Monodrama in einer hochdeutsch-umgangssprachlichen Fassung mit fränkischem Einschlag.
"Der Monolog einer Bäuerin, die, angestoßen von einer Stimme aus dem Hintergrund, ihr Leben erzählt. In rauer, umständlicher und ehrber Sprache, die jedoch in aller Derbheit eine unheimliche Poesie entwickelt." (Südkurier)
"Ein StĂĽck mit solcher Eindringlichkeit, dass der Zuschauer mitleiden muss." (Wochenblatt)
"Ein einzigartiger Monolog. Damit hat Kusz bewiesen, dass er auch ein Meister des ernsten Faches ist." (Kultur-Blätter)
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