Verlag der Autoren

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Zeichnung: F.K. Waechter



Loher, Dea

Diebe

120 Seiten
Verlag der Autoren
ISBN: 978-3-88661-329-8

10.00 €

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"Dea Lohers neues Stück ist bereits im Buchhandel erhältlich. Und das zurecht, denn die 37 szenischen Skizzen über gemeinsam einsame Menschen sind auch lesenswert." (Die Deutsche Bühne)

Zwölf Existenzen am Rande einer großen Stadt: ein junger moribunder Versicherungsagent und seine Schwester, die von Wölfen träumt, sowie deren Vater im Altersheim; eine Supermarkt-Angestellte, die Chefin werden will, und ihr Mann, ein Polizist; eine schwangere Siebzehnjährige und der viel ältere Kindsvater, ein Wahrheitssucher bei Herrn und Frau Schmitt; ein betrügerischer Womenizer und eine alte Sängerin, die nach vielen Jahren ihren Mann vermisst.
Dea Loher verknüpft in 37 szenischen Skizzen scheinbar absichtslos die Geschichten dieser Figuren zu einem Netzwerk, in dem sie mit ihren Verlusten wie mit ihren Sehnsüchten gefangen sind. Ein Tomason sei er, sagt Finn, der sich umbringen wird, ein Ding, das – nach der Erfindung eines japanischen Philosophen – Sinn und Zweck verloren hat, für das es früher mal eine Verwendung gab, an die sich aber heute niemand mehr erinnert. Eine Komödie der Tomasone also, eine Sammlung von Lebensresten, ins Überreale getrieben, oft komisch und grotesk, eben loheresk, - über die condition humaine im 21. Jahrhundert.

"Loher ist keine Hoffnungsträgerin des zeitgenössischen deutschsprachigen Theaters mehr, gehört zu dessen Protagonisten. Das verdankt sich dem souveränen Umgang mit Themen und Motiven und genuin dramatischen Mitteln. Ihre Kraft schöpfen sie aus einer dichterischen, vieldeutigen Sprache, die Pointen zuzuspitzen weiß und auch das Schweigen gestaltet. Es stößt das Tor zum unendlichen Raum immer wiederkehrender Fragen auf, sie wurden einst als die ewigen bezeichnet: Woher kommen wir, wer sind wir, wohin gehen wir? Galt Loher bis dato als Meisterin des finster ausweglosen Monologs, eine Mater dolorosa betrüblicher Verhältnisse, so verhilft sie hier dem guten alten Dialog zu seinem angestammten, von den Theoretikern neuerer Bühnenschreibpraxis gerne verteufelten Recht. Gewiss: Man muss das nicht tun, aber wenn man es tut, sollte es annähernd so gelingen wie bei Dea Loher." (Die Welt)